AusbauTipps & HacksWaschmaschineWohnmobil A-ZEinbau einer Wohnmobil Waschmaschine mit 7 KG Fassungsvermögen

11/06/20220
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Adios Waschsalon.

Einbau einer echten Wohnmobil Waschmaschine. Bring dein Womo auf ein neues Luxusniveau

In diesem Artikel geht es um den Einbau einer handelsüblichen 7 Kg Waschmaschine von Gorenje in einem Wohnmobil.

Die 3 essentiellen Voraussetzungen

Du brauchst für eine Waschmaschine im Wohnmobil folgende 3 Dinge: Platz, Strom und Wasser. Kingt doch simpel.

Angefangen mit dem Platz: Niemand stellt sich eine Waschmaschine ins Bett, also bleibt die Heckgarage also einzig sinnvoller Platz übrig. Hier ist es wichtig die Waschmaschine so zu platzieren, dass man sie gut von vorn befüllen kann. Es bringt nichts wenn die Waschmaschine so tief in der Heckgarage verbaut ist, dass für jede Wäsche die Garage komplett entleert werden muss. Vom Vorteil ist eine Heckgarage mit 2 Türen. Bei uns im Carthago ist die Heckgarage auf Grund des darüber liegenden XXL Bettes (220cm x 200cm) in Form eines Us angeordnet. So passt unsere Wohnmobil Waschmaschine perfekt in eine Nische der Heckgarage hinein.

Die Befestigung der Wohnmobil Waschmaschine.

Da eure Waschmachine in einem sich bewegendem Auto steht, sollte sie am Boden der Heckgarage verschraubt werden. Manchmal geht es auf wilden Straßen hart zur Sache und wir wollen ja nicht die Waschmaschine in einer ganz anderen Ecke der Heckgarage wiederfinden. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier und solche Situationen sorgen für Verwirrung und Durcheinander.

Zum Befestigen der Maschine verwendet man die handelsüblichen Waschmaschinenbefestigungen für den Boden oder baut sich kurzerhand selbst welche. Wir haben Flachbleche zurecht geflext und gebogen und die Maschine hinten mit einer Halterung und vorne mit 2 Halterungen befestigt. Hält bombenfest. Die Halterungen sind ebenso dienlich, wenn es um den Schleudergang beim Waschen geht. Auch da sollte die Waschmaschine nicht durch den Raum wandern.

Jetzt wird’s elektrisch

Eine Waschmaschine braucht ganz klar Strom. Um in Zahlen zu sprechen: Der Heizstab der Waschmaschine hat 2000 Watt. Der Motor des Direktantriebs hat eine wesentlich geringere Leistung. Das bedeutet wir brauchen einen Wechselrichter, welcher mindestens konstant 2000 Watt liefern kann. Da es aber nicht sinnig ist Geräte an der Leistungsgrenze zu betreiben, sollte hier zur einem Wechselrichter mit mindestens 2500 Watt gegriffen werden. Wechselrichter mit Reiner Sinuswelle sind Grundvorraussetzung. Wir selbst haben einen Wechselrichter von EPEVER mit 3000 Watt und sind sehr zufrieden damit. Der Wechselrichter läuft dauerhaft und hat eine Last, sowie temperaturgesteuerte Lüftung. Das ist sehr wichtig, damit das Gerät nicht überhitzt und Schaden nimmt. Jetzt zaubert also unser Wechselrichter aus der 12V Bordspannung 230V und setzt die Waschmaschine in Gang. Aber nicht so schnell, denn wir brauchen natürlich eine Energiequelle, um den Wechselrichter zu speisen.

LiFePO4 Batterie

Bei derartigen Unterfangen wie Waschmachinen im Wohnmobil kommen wir um eine LiFePO4 Batterie nicht drum herum. Als Kapazität empfehlen wir mindestens 200Ah. Eine Wäsche auf 30 Grad verbraucht etwa 400Wh, bei 12V also mit Verlusten durch den Wechselrichter schon über 35Ah. Bei 60 Grad Wäsche sind wir schon bei etwa 1000Wh, also etwa 90 Ah.

 Die richtige Wahl

Wichtig bei der Wahl der LiFePO4 Batterie ist, neben der Kapazität, die Höhe der höchsten, kontinuierlich entnehmbaren Leistung. Das bedeutet für die Waschmaschine mit 2000 Watt eine Leistung von mindestens 185 A. Da die meisten kleinen 100Ah LiFePO4 Batterien nur BMS mit 100A haben ist eine 200Ah Batterie mit 200 A Stromentnahme die richtige Wahl. Gute Erfahrungen sammelten unsere Kunden und andere Vanlifer mit der LiFePO4 Batterie Power Queen 200 Ah Plus Lithium.

Wir selbst betrieben unsere Wohnmobil Waschmaschine mit einer Batterie mit 560Ah LiFePO4 Batterie. Warum LiFePO4 Batterien die richtige Wahl sind und am Ende sogar günstiger sind als eine AGM-, Gel- oder Bleibatterie sind, erfahrt ihr hier.

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Nun heißt es Stromleitungen ziehen.

Wer jetzt also nicht vom Wechselrichter aus ein Verlängerungskabel quer durch das Wohnmobil und aus dem Fenster heraus in die Garage ziehen will, dem ist natürlich anzuraten eine Steckdose und entsprechende Leitungen in die Garage zu verlegen. Hierbei sollte bitte beachtet werden, dass die meisten Hersteller von Wechselrichtern empfehlen einen FI Fehlerstrom Schutzschalter in die Leitung mit einzusetzen. Außerdem darf die 230V Leitung nicht im selben Kabelkanal wie die 12V Leitungen laufen und sollte selbst auch mit Kabelkanal oder Wellrohr oder anderweitig geschützt werden.

Jetzt kommt der wässrige Teil

Eine normale Waschmaschine braucht einen normalen Wasseranschluss. Dieser muss bei den meisten Waschmaschinen mindestens 1 bar Wasserdruck haben. Die traurige Nachricht für alle Vanlifer mit Tauchpumpe: Ein Umbau auf eine Druckpumpe im Wassersystem des Wohnmobils ist also obligatorisch. Habt ihr also eine Druckpumpe, müsst ihr an einem gut zugänglichen Bereich der Kaltwasserleitung eures Wohnmobils ein T Stück einsetzen und dann die zusätzliche Schlauchleitung in Richtung der Waschmaschine verlegen. Wir haben hierfür den alten Wasseranschluss der Thetford Toilette genutzt, da wir im gleichen Zuge unsere Toilette auf eine wasserlose Trockentrenntoilette umgebaut haben. Wie wir unsere Trockentrenntoilette gebaut haben erfährst du hier.

Am Ende der neuen Wasserleitung sollte ein Kugelhahn in der Größe ¾ Zoll AG montiert werden. Der Schlauch wird auf eine entsprechende Schlauchtülle gesteckt. Waschmaschine anschließen, Hahn aufdrehen, fast fertig.

Wie kommt das Wasser wieder aus der Waschmaschine raus

Option 1 wäre, man hängt den Abwasserschlauch der Maschine in ein großes Gefäß mit mindestens so viel Liter Inhalt, wie die Waschmaschine verbraucht, also ca. 40-50 Liter. Würde gehen, ist aber irgendwie nur eine halbe Lösung. Wir wollen den vollen Luxus und unsere Wohnmobil Waschmaschine fest mit dem Wohnmobil Abwassertank verbinden.

Dies geht auf 2 Arten: Komplette Leitung bis zum Abwassertank legen oder an einer Stelle mittels T Stück in die vorhandenen Abwasserrohre einbinden. Zweiteres haben wir bei uns gemacht. Wir haben unterhalb der Dusche ein T-Stück in das Abwasserrohr gesetzt und von dort in die Heckgarage hinter die Waschmaschine geführt. Dort angekommen, führt das Rohr im 90 Grad Winkel nach oben und steht somit senkrecht. Dann haben wir eine stabile Befestigung mittels Metallwinkel an der Wand realisiert. An das Ende der neuen Abwasserleitung haben wir ein Rohrstück mit Rückschlagklappe installiert, um eventuell zurückfließendes Abwasser aus der Waschmaschine fernzuhalten.

TIP. Bei waagerechten Rohren, aber auch generell, empfehlen wir ein Rückschlagventil oder eine Rückschlagklappe in die Abwasserleitung zu setzen, damit kein Abwasser in die Waschmaschine zurücklaufen kann.

Der Abwasserschlauch passte bei uns wunderbar in die Öffnung des Rückschlagstückes und sitzt dort ziemlich eng. Wir haben den Schlauch gegen ungewolltes Herausrutschen lediglich mit Panzerband fixiert. Ist vielleicht nicht die schönste Lösung, ging aber schnell und wir hatten gerade nichts anderes zur Hand. Es hält jedenfalls bis heute bombenfest.

Jetzt kommen die Zahlen

Wenn es um den Wasserverbrauch geht, ist eine normale Waschmaschine nicht zu toppen. Unser Model von Gorenje verbraucht im Schnitt unter 40 Liter Wasser für einen Waschgang mit 7kg Wäsche. Wir hatten sogar schon Verbräuche um die 34Liter. Schau dir hierzu auch unseren Waschen im Wohnmobil Vergleich an.

Wenn es um den Stromverbrauch geht, ist dies natürlich vom Waschprogramm abhängig.

Ein normaler ECO Waschgang bei 30-40 Grad verbraucht aber lediglich etwa 370Wh ( 34Ah) wo hingegen Kochwäsche auf 90 Grad 1500 Wh ( 140Ah) verbraucht. In der Regel wäscht man im ECO Modus , Kochwäsche oder andere Programme sind bei uns selten. Nachladen tun wir unsere 560 Ah LiFePO4 übrigens mit fast 1200 Watt Solaranlage auf dem Dach. Mehr zum Thema Strom erfährst du hier.

Wenn man genug Sonnenlicht zur Verfügung hat, sind die 34 Ah Strom für einen Waschgang fast zu vernachlässigen. Für uns ist der entscheidende Faktor der geringe Wasserverbrauch. Trotz über 300 Liter Wassertank ist Wasser eine Ressource, die man aktiv beschaffen muss. Der Strom kommt von allein übers Sonnenlicht.

Fazit

Ein Leben im Wohnmobil ohne richtige Waschmaschine? Für uns undenkbar. Für uns bedeutet ein autarkes Wohnmobil auch unabhängig von Waschsalons zu sein. Einmal aus organisatorischen Gründen und zum anderen auch aus hygienischen Gründen. Eine richtige Waschmaschine im Wohnmobil nimmt zwar etwas Platz ein, aber sie verbraucht sehr wenig Wasser und wenig Strom und die Wäsche ist immer sauber. Waschen, egal wo man gerade steht. Durch den festen Anschluss an die Frischwasser- und Abwasserleitungen ist das Wäsche waschen auf Reise so entspannt, wie in einem Haus. In diesem Sinne:

Dein Womo. Deine Wäsche. Deine Waschmaschine

Übrigens, wenn du eine individuelle Beratung zum Einbau einer Waschmaschine in dein Wohnmobil benötigst, kannst du uns gerne kontaktieren und wir finden gemeinsame Lösungen.

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