LuftfahrwerkTipps & HacksWohnmobil A-ZLuftfahrwerk im Wohnmobil- Vorzüge und Einbau

07/08/20220
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Zusätzlich zur Blattfeder

Luftfahrwerk im Wohnmobil an der Hinterachse

You got to pump it up.

Auf die Höhe kommts eben an. Manchmal.

Wer erinnert sich nicht an den Hit von Danzel. Wahrscheinlich ist der Songtext dazu nach dem Aufsetzen seines Wohnmobil Hecks bei einer steilen Fährauffahrt entstanden.

Wie dem auch sei. In diesem Beitrag soll es um die Vorzüge eines Luftfahrwerks im Wohnmobil gehen.

Der Heck-Überstand

Ein jeder Fahrer eines Wohnmobils mit langem Überstand kennt diese brenzligen Situationen, wenn eine knackige Auffahrt ansteht und das Heck sich unmittelbar vor der Verschmelzung mit dem jeweiligen Bodenbelag befindet. Ein Thrill, der unter die Haut geht und beim tatsächlichen Aufsetzen des geliebten Reisemobils ins tiefe Mark dringt.

Wir selbst fahren ein 8,8m langes Fahrzeug auf Iveco Daily 50C Basis, welches einen ordentlichen Hintern aufweist. In Zahlen gesprochen ist unser Hecküberstand von Hinterachsmitte bis zur Heckkante 2,8m. Das ist beachtlich und bietet ein tolles Potenzial für ausgiebige Küsse zwischen Asphalt/ Stein/ Erde und Heckgarage.

Was kann man also tun?

Eine dritte Achse einbauen würde wohl über das Ziel hinausschießen und Kosten- und TÜV-technisch bestimmt nicht unauffällig bleiben. Also bleibt neben der klassischen Höherlegung über Distanzböcke oder zusätzliche Blattfedern der Griff zum Luftfederbalg.

Vanlife_Universe_Wohnmobil_Luftfahrwerk

Was sind nun also die Vorteile von Luftfahrwerken an der Hinterachse?

Für uns ist der erste große Vorteil die Schaffung von zusätzlichem Raum, zwischen Fahrzeugaufbau und Boden. Bei voller Beladung geben auch mal die insgesamt 18 Blattfedern des Iveco leicht der Schwerkraft nach. Wenn auch nicht viel, aber sie wählen definitiv nicht den Weg in die Höhe. Unser Heck wird an der Heckkante von etwa 40cm Bodenfreiheit bei 1bar auf etwa 48cm bei 8bar angehoben. Das sind 20% mehr an Bodenfreiheit. Wir lieben die Freiheit und die Bodenfreiheit!

Des Weiteren ist ein Fahren auf Luft wie ein Fahren auf Wölkchen. Der Fahrkomfort steigt definitiv auf ein höheres Level.

Und jetzt ab ins Bett ohne herauszurollen

Ein weiterer riesiger Vorteil entsteht dadurch, dass wir unser Luftfahrwerk als 2-Kreis-System verbaut haben. Das bedeutet, dass die Luft aus den Luftbälgen der linken und rechten Seite separat abgelassen werden kann. Ist also der Platz, an dem wir stehen, nicht ganz gerade und neigt zu einer Seite, können wir dies bequem mit unserem Luftfahrwerk ausgleichen und stehen wieder gerade. Der Schlafkomfort ist somit gesichert und die Keile können getrost in der Heckgarage bleiben. Insbesondere für uns als Freisteher ist dies ein wichtiger Punkt, denn wir wollen nicht durch Keile auffallen und trotzdem nachts nicht aus dem Bett rollen.

Ebenso darf man nicht vergessen, dass ein Luftfahrwerk die Karosserie insgesamt entlastet, was niemals schaden kann. Auch bietet der Einbau der Luftbälge für alle, die ständig an der Grenze der Legalität des zulässigen Zuladungsgewichts fahren, in der Regel die Option das Fahrzeug aufzulasten. Muss nicht, kann aber. Ist doch schön zu wissen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten ohne Einbau betragen hier je nach Fahrzeugmodel zwischen etwa 500€ und 1000€. Ein Experte für den Einbau von Zusatzluftfederungen ist z.B die Firma Linenepe, aber auch andere am Markt bieten ordentliche Qualität. Solch ein Einbau eines Luftbalges ist aber auch kein Hexenwerk.

Vanlife_Universe_Wohnmobil_Luftfahrwerk-Manometer

Der Einbau

Der Einbau gestaltet sich im Grunde genommen nicht zu komplex. Der Luftbalg sitzt zwischen den Blattfedern, um genau zu sein zwischen Achse und Fahrzeugrahmen. Beim Fiat Ducato ersetzt er den Gummianschlag. Dieser wird herausgeschraubt und durch den Luftbalg ersetzt. Beim Iveco werden spezielle Halterungen am Rahmen und an der Achse befestigt.

Etwas verkompliziert wurde der Einbau in unseren Iveco durch die Halterungen der Bremsleitung, welche im Weg waren. Diese beiden Querulanten wurden kurzerhand um ein paar Zentimeter zur Fahrzeugmitte hin versetzt und schon stand den Halterungen für das Luftfahrwerk nichts mehr im Weg.

Als nächstes werden die Rohrleitungen für die beiden Luftfederungen von hinten nach vorne ins Fahrerhaus verlegt. (In der Regel möchte man das Fahrwerk von dort aus steuern.) Bei den Leitungen handelt es sich meist um 4*6mm PE Rohr.

Die Leitungen werden sicher in den Wellschlauch gebettet und mit Kabelbindern am Fahrzeugrahmen befestigt.

Innen folgt dann der Anschluss an einen kleinen Kompressor, sowie an die Manometer/Steuereinheit.

Je nach Fahrzeug gibt es für die Steuereinheit sehr schicke Lösungen für neuere Fahrzeuge. Bei älteren Modellen, wie dem Ducato 230 oder Iveco III, ist Kreativität gefragt. Im Ducato haben wir eine Blende aus Holz angefertigt und farblich passend in Grau lackiert. Beim Iveco haben wir die Steuereinheit in den unteren Radio-Schacht verbaut.

Der Kompressor wird über die Steuereinheit angesteuert. Dafür müssen Kabel verlegt und abgesichert werden. Ob nun über Klemme 15 oder Dauerstrom, dass sei jedem selbst überlassen.

TIP: Bei kleinen mitreisenden Kindern, welche bekanntlich gerne die Welt und auch Luftfahrwerke erkunden (und offener Fahrerkabine) empfehle ich definitiv Klemme 15.

Fazit zum Zusatz Luftfahrwerk an der Hinterachse

Wir würden nicht mehr ohne Luftfahrwerk durch die Welt reisen wollen. Beim Tausch von Ducato auf Iveco haben wir den Iveco sofort mit einem Luftfahrwerk ausgestattet. Bis heute haben wir dieses Upgrade nicht bereut. Denn dieser Blogbeitrag wurde soeben auf dem Notebook auf einem ganz grade stehendem Tisch verfasst. Wären wir schräg gestanden, wäre das Notebook vom Tisch gerutscht und es hätte diesen Beitrag nie gegeben. In diesem Sinne: You got to pump it up (your Wohnmobil Luftfahrwerk)!

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